Kosten einer Ärztin für einen häuslichen Behandlungsraum sind nicht abzugsfähig

Das Finanzgericht (FG) Münster hat entschieden (Az. 6 K 2606/15 F), dass Kosten für einen für Notfälle eingerichteten Behandlungsraum im privaten Wohnhaus einer Ärztin dem Abzugsverbot für ein häusliches Arbeitszimmer unterliegen.
 
Die Klägerin machte gegenüber dem Finanzamt Aufwendungen für einen Behandlungsraum als Sonderbetriebsausgaben im Rahmen der Feststellungserklärung einer Gemeinschaftspraxis, an der Sie als Augenärztin beteiligt ist, geltend. Zur Behandlung von Notfällen hat sie im Keller ihres privaten Wohnhauses einen Behandlungsraum eingerichtet, der die üblichen augenärztlichen Behandlungsgeräte vorweist. Der Raum ist ausschließlich über den Flur ihres Wohnhauses erreichbar, besitzt also keinen separaten Eingang. Das Finanzamt erkannte die Aufwendungen nicht an, weil der Behandlungsraum ein häusliches Arbeitszimmer darstelle.
 
Das FG wies die Klage der Ärztin ab. Da der Raum nicht von außen, sondern nur über den privaten Wohnbereich der Klägerin erreichbar ist, ist er als häusliches Arbeitszimmer zu bewerten. Somit könne eine private Mitnutzung des Raumes nicht ausgeschlossen werden. Folglich könnten die Aufwendungen für den Behandlungsraum – auch wenn sie betrieblich veranlasst seien – aufgrund des Abzugsverbots für häusliche Arbeitszimmer nicht geltend gemacht werden. Hinzu käme der Umstand, dass in der Gemeinschaftspraxis ebenfalls Behandlungsräume zur Verfügung standen, weshalb auch eine begrenzte Abzugsfähigkeit ausgeschlossen sei.
 
Wegen der grundsätzlichen Bedeutung ist der Fall zur Revision beim Bundesfinanzhof zugelassen.
 
Quelle: Justiz NRW